Panikattacken und Depressionen sind zwei eng miteinander verbundene Störungen, die häufig zusammen auftreten. Die Symptome beider Erkrankungen können sich gegenseitig verstärken und den Alltag der Betroffenen stark beeinträchtigen. Doch was genau sind Panikattacken und Depressionen, welche Ursachen können zu diesen Störungen führen und wie hängen sie zusammen?

Panikattacken sind plötzliche, intensive Angstzustände, die oft von körperlichen Symptomen wie Herzrasen, Schweißausbrüchen und Atemnot begleitet werden. Sie können zu einem erheblichen Leidensdruck führen und das tägliche Leben stark beeinträchtigen. Depressionen hingegen äußern sich durch anhaltende Niedergeschlagenheit, Verlust von Interesse und Freude, Müdigkeit, Schlafstörungen und andere Symptome.

Sowohl Panikattacken als auch Depressionen können durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht werden, einschließlich genetischer Veranlagung, neurochemischer Ungleichgewichte, traumatischen Ereignissen oder chronischem Stress. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass nicht alle Menschen, die diesen Risikofaktoren ausgesetzt sind, zwangsläufig an Panikattacken oder Depressionen leiden.

Behandlungen für Panikattacken und Depressionen können auch sehr ähnlich sein und umfassen in der Regel eine Kombination aus Medikamenten und Psychotherapie. Eine der am häufigsten verwendeten Therapieformen für Panikattacken und Depressionen ist die kognitive Verhaltenstherapie (CBT), die darauf abzielt, negative Gedanken- und Verhaltensmuster zu identifizieren und zu ändern.

Es ist wichtig zu betonen, dass Panikattacken und Depressionen behandelbar sind, und dass viele Menschen erfolgreich von diesen Erkrankungen geheilt werden können. Wenn Sie oder jemand, den Sie kennen, Anzeichen von Panikattacken oder Depressionen zeigt, ist es wichtig, Hilfe von einem Facharzt oder einer Fachärztin für psychische Gesundheit zu suchen.

Panikattacken und Depressionen können verheerende Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen haben. Es ist jedoch möglich, diese Erkrankungen zu überwinden und ein erfülltes Leben zu führen. Mit der richtigen Unterstützung und Behandlung können Menschen mit Panikattacken und Depressionen erfolgreich ihre Symptome bewältigen und ihre Lebensqualität verbessern.

Teufelskreis Depressionen mit Panikattacken

Eine wichtige Komponente bei der Betrachtung von Panikattacken und Depressionen ist der sogenannte „Teufelskreis“. Hierbei handelt es sich um eine Wechselwirkung zwischen beiden Erkrankungen, die sich gegenseitig verstärken und verschlimmern können.

In vielen Fällen hängen Panikattacken und Depressionen miteinander zusammen und können sich gegenseitig beeinflussen. So kann beispielsweise eine Person, die unter Panikattacken leidet, aufgrund ihrer Angstsymptome in eine Depression geraten, während eine Person mit Depressionen anfälliger für Panikattacken sein kann. Der genaue Zusammenhang zwischen beiden Erkrankungen ist jedoch komplex und wird derzeit intensiv erforscht.

Menschen mit Panikattacken können sich beispielsweise aufgrund ihrer Symptome sozial zurückziehen und dadurch in eine Depression rutschen. Gleichzeitig können depressive Verstimmungen auch zu Ängsten führen, die sich wiederum zu Panikattacken steigern.

Ein weiterer Faktor des Teufelskreises ist die Interaktion von biologischen Faktoren, wie beispielsweise hormonelle Veränderungen im Gehirn, und psychologischen Faktoren, wie Stress oder belastende Lebensereignisse. Dies kann zu einem anhaltenden Zustand der Übererregbarkeit führen, der sowohl die Angst- als auch die Depressions-Symptome verschlimmert.

Dieser Teufelskreis kann sehr individuell und komplex sein kann. Eine fundierte Diagnostik und Behandlung durch Fachleute ist daher essenziell, um den Kreislauf zu durchbrechen und Betroffenen eine erfolgreiche Therapie zu ermöglichen.

Panikattacken und Depressionen in Deutschland weit verbreitet

In Deutschland sind viele Menschen von Depressionen und Panikattacken betroffen. Schätzungen zufolge leiden etwa 10-15% der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens an Panikattacken. Eine Quelle für diese Schätzungen ist das Robert Koch-Institut (RKI), das im Rahmen der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS) eine umfassende Erhebung psychischer Störungen durchgeführt hat.

Laut dem aktuellen „Depressionsatlas“ des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) aus dem Jahr 2020 leiden in Deutschland rund 5,3 Millionen Menschen an Depressionen, was einem Bevölkerungsanteil von ca. 6,4% entspricht.

Weitere Statisiken zu Panikattacken und Depressionen

  • Laut einer Studie der Techniker Krankenkasse aus dem Jahr 2020 waren Angst- und Panikstörungen sowie depressive Störungen die häufigsten Diagnosen bei den Krankschreibungen der Versicherten. Insgesamt waren etwa 1,1 Millionen Menschen davon betroffen.
  • Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben im Jahr 2020 rund 5,5 Millionen Menschen in Deutschland eine Diagnose für eine psychische Erkrankung erhalten. Davon waren etwa 1,5 Millionen Menschen von einer depressiven Episode betroffen, und etwa 700.000 hatten eine Angststörung.
  • Laut einer Untersuchung des Robert Koch-Instituts aus dem Jahr 2019 gaben etwa 15% der Befragten an, innerhalb der letzten zwölf Monate unter einer Depression gelitten zu haben. Etwa 6% der Befragten gaben an, innerhalb der letzten zwölf Monate mindestens einmal eine Panikattacke gehabt zu haben.

Quellen:

  • Techniker Krankenkasse. (2020). Gesundheitsreport 2020: Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt.
  • Statistisches Bundesamt. (2021). Krankheitskostenrechnung – Diagnosedaten der Krankenhäuser. Fachserie 12 Reihe 6.2.1.
  • Robert Koch-Institut. (2019). Gesundheitsmonitoring: Verbreitung von Depressionen und Ängsten in der Allgemeinbevölkerung.